Verbindende Inhalte des Projekts sind Musik und Kunst. Durch die Ansiedlung der beiden Musikclubs wird die noch recht junge Clubkultur auf dem „Gleisdreieck“ eine zentrale Rolle spielen, da diese viele Kunstgenres zusammenführt.

Neben Berlin, Hamburg und Köln gehört Leipzig zu den Städten Deutschlands, die für eine vitale und vielfältige Clubszene bekannt sind. Während der künstlerische Bereich in der Öffentlichkeit bereits relativ hohe Wertschätzung und Unterstützung erfährt, wird die Bedeutung der Clubkultur für den urbanen Lebens- und Wirtschaftsraum oft stark unterschätzt. Die in den letzten 30 Jahren entstandene Clubkultur wird zunehmend ernster genommen und als relevanter Teil der Kulturwirtschaft anerkannt. Erst im Februar 2020 gab es im Bundestag eine Anhörung unter Beteiligung von Clubbetreibern zur Einordnung von Clubs als kulturelle Orte.

Wir machen Kultur, bieten Bühnen für den Nachwuchs, sind Schutzräume für marginalisierte Gruppen und damit relevanter Teil einer demokratischen und offenen Gesellschaft. Und außerdem sind wir auch noch ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor

Pamela Schobeß Clubcommission Berlin

Darüber hinaus sind Musikspielstätten auch Wirtschaftsbetriebe, die in einem nicht unerheblichen Maß Teil einer größeren Wertschöpfungskette sind. So konnte eine repräsentative Studie über die Berliner Club- kultur im Jahr 2019 ermitteln, dass diese einen Beitrag in Höhe von 1,48 Milliarden Euro zum Umsatz von Tourismus, Gastronomie, Nahverkehr und Einzelhandel sowie über 9.000 Arbeitsplätze erbrachte.

Der Leipziger Stadtrat hat sich im Mai 2019 zum Erhalt Leipziger Clubs bekannt und stellt sich auch in anderen Entscheidungen, wie zum Beispiel der Aufhebung der Sperrzeit für Musikspielstätten im August 2018, auf die Seite der Institutionen.

Dass auch die Politik der Bedeutung von Kulturszene und Clubkultur Rechnung trägt, zeigen zum Beispiel aktuelle Aussagen von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung. In einem öffentlichen Dialog mit Steffen Kache am 15.Januar 2020 nennt Jung das Clubleben Leipzigs einen wichtigen Grund für die internationale Wahrnehmung der Stadt – wenn zum Beispiel die New York Times Leipzig als „newest cool-kid-town“ bezeichnet. Jung betont weiterhin, dass die Stadt kulturelle Freiräume brauche und diese fördern und entwickeln möchte. Sie seien existenziell für die Atmosphäre und den Charakter der Stadt.