Analog zwischen den Schienen entsteht das „Gleisdreieck“ – ein digitaler Experimentier- und Kulturraum, in dem wir zu „utopischem“ Denken anregen. In diesem Raum wollen wir gemeinsam mit den Besuchern danach fragen, wie eine digitale Zukunft für alle aus- sehen könnte. Die Produktions- und Reproduktionsverhältnisse, Beziehungen, Kunst, Geschlechterverhältnisse, unser Verhältnis zur Natur und andere Dimensionen sollen nach ihrer Möglichkeit und Notwendigkeit zu digitalen Transformation befragt werden.

Wo liegen Möglichkeiten für gesellschaftliche Veränderung?
Was heißt digitale Revolution? Und wo wollen wir anfangen?

Das „Gleisdreieck“ soll ein Ort sein, der dazu anregt, Wünsche und Analysen zu entwickeln und in die Zukunft zu träumen. Es soll Raum geben, darüber nachzudenken, welche heutigen Umstände revolutioniert werden müssen und zu diskutieren welche Fallstricke im „utopisch-digitalen“ Denken liegen. Besonders wichtig ist uns dabei, subjektive, kollektive und gesellschaftliche Perspektiven mit einzubeziehen, um die Grenzen dessen, was als digitales Wissen gilt, zu erweitern.

Sowohl die Generierung des digitalen Materials, als auch das „Gleisdreieck“ selbst ist ein kollektiver, partizipativer Prozess von digitaler Wissensaneignung.

Digitalisierung in den Künsten

Unter dem Bereich Digitalisierung fällt der Umgang und die damit verbundene Archi- vierung von zeitgenössischer künstlerischer Produktion. Im Allgemeinen betrifft dies Werke, die auf technische wie digitale Daten- trägern für ihre Wiedergabe angewiesen sind. Dazu gehören Beispielsweise die Archi- vierung und Digitalisierung von Projekten der audio-visuellen medialen Künste und der zeitbasierten Künste im weiteren Sinne. Im Speziellen betrifft es den Umgang der Archivierung von performativen Künsten und den damit verbundenen und noch offenen Fragen des Umgangs einer dauerhaften Archivierung, Digitalisierung und damit ver- bundenen möglichen Re-Inactments an- sonsten zeitgebundener Kunstprojekte. Digitale Museen gehören mittlerweile zum allgemeinen Kulturerbe.


3D-Modell des Objekts erstellt aus Drohnenflug-Aufnahmen

Digitalisierung von Kunst und Kultur und Vernetzung der Räume,
um Flexibilität zu erhöhen

Immersion ist ein künstlerisches Schlüssel- phänomen unserer Zeit, das die Erfahrung oder das Gefühl einer vollumfänglichen Ein- bettung in die eigene Umwelt beschreibt. Wenn diese Umwelt artifiziell ist, gehen wir also im Kunstwerk auf – es verschwindet, das Medium wird unsichtbar, wir sind „drin“. Wir glauben, dass sich das Museums- und Aus- stellungswesen in den kommenden Jahren insgesamt wandeln wird – hin zu einem digitalen Erlebnis- und Erfahrungsraum.

Die Digitalisierung macht das Trompe-l’œil begehbar, sie ändert nicht unsere Wahr- nehmung, sondern unseren Zustand. Wobei die Frage, wo die Trennlinie zwischen meinem leiblichen und meinem digitalen Ich ver- läuft, ins Gleiten gerät – ein Wort. Der Be- griff „Immersion“ bringt dieses Gleiten auf den Punkt. In welcher Welt leben wir? Wie ist sie beschaffen? Und vor allem: Wer sind diejenigen, die diese Welten schaffen: Sind es wir, ist es Google oder sind es irgendwie ineinander greifende Algorithmen…?

Wir erhoffen uns durch die Digitalisierung der Räume mehr Bewegungsfreiheit, andere Werkformen, ein Denken auf Dauer. Raus aus der Vergleichbarkeit. Wir haben kein Ensemble oder Kunstsammlung, aber wir bilden Familien und nutzen die Räume im „Gleisdreieck“ anders. Die Künstlerinnen und Künstler be- kommen durch die komplette Digitalisierung des Ortes gute Arbeitsbedingungen und wir entfalten einzelne Themen oder weltweite Ausstellungskooperationen über einen be- grenzten Zeitraum.